Hinter Shutdown und social distancing wächst das Rettende doch!

Alle Europäer*innen erfahren sich aktuell als Schicksalsgemeinschaft, weil das Virus unsichtbar ist und sich vermeintlich unvorhersehbar ausbreitet. Zugleich kennt es keine Grenzen und profitiert von der europäischen und globalen Vernetzung und Mobilität. Seine Bekämpfung erfordert deshalb grenzüberschreitendes Denken und Handeln. Leider zeigen die aktuellen Ereignisse überdeutlich, dass das noch nicht alle Akteure verstanden haben und dass das nationale oder gar regionale Klein-Klein attraktiv ist, um jeden noch so kleinen Vorteil zu eigenen Gunsten zu nutzen.

Dabei könnten doch Städte- oder Regionalpartnerschaften jetzt eine solide Grundlage für transnationale Solidaraktionen bilden und so zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit führen. Zum Glück gibt es hierfür am Oberrhein bereits einige Initiativen und Projekte, die es als ’strategische Schritte‘ zu würdigen gilt. Denn für diese Aktionen dürfte gelten, was Bundespräsident Gustav Heinemann am 1. Juli 1969 in seiner Antrittsrede gesagt hat: „Das Geheimnis auch der großen und umwälzenden Aktion besteht darin, den kleinen Schritt herauszufinden, der zugleich ein strategischer Schritt ist, in dem er weitere Schritte in Richtung einer verbesserten Wirklichkeit nach sich zieht.“

Zum anderen sei – mit Blick auf die Herausbildung europäischer Öffentlichkeiten – auf einen völlig anderen Aspekt hingewiesen, nämlich dass sich auch in der Populärkultur europäische Öffentlichkeiten ausbilden, die nicht immer die gebührende Beachtung finden. Dies kann, ebenfalls aus aktuellem Anlass, an den Comic-Figuren Asterix und Obelix beobachtet werden,wie Dr. Wolf Jöckel in seinem Beitrag „Asterix, ein französischer Mythos. Zum Tod von Albert Uderzo“ auf seinem deutsch-französischen Blog1 überdeutlich zeigt. Zugleich ermutigt dieses Beispiel dazu, ein Wort zu variieren, das in kirchlichen Kreisen populär war und ist: viele kleine Blogs von vielen kleinen Leuten werden das Angesicht Europas verändern!

1https://paris-blog.org/2020/03/27/asterix-ein-franzoesischer-mythos-zum-tod-von-albert-uderzo/

Ein Kommentar zu „Hinter Shutdown und social distancing wächst das Rettende doch!

  1. Ich, als in Deutschland aufgewachsene Griechin, die beide Länder ins Herz geschlossen hat, die ein Leben land hin und her schwankt, kann nicht umhin, als wieder sehen, dass die Solidarität Deutschlands nur solange existiert, bis eigene Interessen vertreten sind. Wenn das Ganze vorüber gegangen ist, wenn alles wieder in Schutt und Asche liegt, werden wir wieder sagen: „Ich habe nichts gewusst“ und hoffen, dass die Geschichte unser Vorgehen entschuldigt? Werden wir wieder plädieren: „Gemeinsam sind wir stark“.?
    Europa soll vor allem da sein, wo es benötigt wird, sonst hat seine Existenz keinen Sinn. Und Deutschland darf nicht vergessen, dass es nicht allein hochgestiegen ist. Ein viertes Deutsches Reich? Nein, danke.

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